Teehäuser

"Dort finden wir uns zusammen um gemeinsam eine Schale Tee in Harmonie zu genießen"

Ein Teehaus ist ein Ort der für das Praktizieren des Teewegs, Chado oder auch Chanoyu (Tee mit heißem Wasser) genannt, erschaffen wird. Bei einer Teezusammenkunft begegnen sich hier Gast und Gastgeber in Harmonie und Respekt.

Freistehende Teehäuser sind meist in speziell dafür angelegte Teegärten integriert, durch den der Gast auf
dem Roji zuerst zu einer Koshikake gelangt, die im äußeren Teegartenbereich liegt, um dort auf die stille
Begrüßung des Gastgebers zu warten. Durch den mit frischem Wasser besprengten Garten führt ein Pfad
aus Trittsteinen den Gast bis zu einem kleinen Gatter durch das er den inneren Gartenbereich betritt und
sich dem Teehaus langsam nähert. Vor dem Öffnen des Nijiriguchi (Kriecheingang) und dem langsamen
Hineinrutschen in das Teehaus reinigt sich der Gast noch in traditioneller Weise am Tsukubai.

Teeräume oder ein Teehaus lassen sich auch in bereits bestehenden Anlagen und Gebäuden integrieren,
so dass sich auch dort der Teeweg praktizieren lässt.

Ein Teehaus besteht aus vielen verschiedenen Baumaterialien, wie Holz, Bambus, Sand- oder Lehmputz,
Papier, Ried und weiteren Naturmaterialien. Die Größe wird in Tatami gemessen. Ein Raum, der größer
als viereinhalb Tatami ist, wird als hiroma bezeichnet, diejenigen die kleiner sind als koma. Die Größe des Raumes wirkt sich auch auf die Gestaltung der Teezusammenkunft aus, da manches nur in großen Räumen, anderes wiederum nur in kleinen angewendet werden darf. Ein viereinhalb Tatami Raum verbindet diese Unterschiede miteinander.

Aufgegliedert ist das ganze in einen Vorbereitungsraum und den eigentlichen Teeraum. Dort befindet sich der Platz des Gastgebers und der Gäste, die eingelassene Feuerstelle, Fenster, verschieden hohe Decken, der Nijiriguchi (Kriecheingang), weitere Ein- und Ausgänge und die Tokonoma (Schmucknische). Meist sind die Teehäuser sehr schlicht gestaltet, wie eine Art Hütte in den Bergen, wo man fern von der Hektik des Alltags Ruhe finden kann.

In der heutigen Zeit gibt es traditionelle sowie moderne japanische Teehäuser. Die Moderne hat auch in der Gestaltung der Teehausarchitektur Einzug gehalten. So werden als Baumaterialien zum Beispiel auch Beton, Stein und Glas kombiniert mit Holz, Bambus und anderen Naturmaterialien. Es kommen neuartige Bauele-
mente zum Einsatz und traditionelle werden umfunktioniert und modern gestaltet. Natürlich immer im Hinblick
auf das Praktizieren des Teewegs, der seine Grundprinzipien Wa (Harmonie), Kei (Erfurcht), Sei (Reinheit),
Jaku (Stille) auch in der Moderne nicht verliert.

Wir möchten Sie in Ihrem Vorhaben unterstützen, ein eigenes original japanisches Teehaus in Ihrem Garten
oder Ihren Räumlichkeiten zu errichten. Wir sind spezialisiert auf das fachgerechte Erbauen von Teehäusern.

Wir haben durch langjährige Studien über Fachliteratur, durch Zusammenarbeit mit erfahrenen Personen
und vielen Projekten einen reichen Fundus an Erfahrungen. So können wir Sie kompetent beraten, für Sie
die beste Lösung finden, abgestimmt auf Ihre Bedürfnisse.

Sollten Sie nur ein Zimmer in der Atmosphäre eines Teehauses in Ihren Räumlichkeiten gestalten wollen,
dann werden wir das gerne mit Ihnen zusammen entwerfen und für Sie bauen.

Da es sich bei der Planung und Anfertigung eines Teehauses immer um eine Sonderanfertigung, speziell
nach Ihren Wünschen und Räumlichkeiten handelt, können wir Ihnen nur anhand eines Beispiels zeigen
wie es auch bei Ihnen aussehen könnte.

Bei diesen Projekten ist eine erstklassige Beratung und Planung unerlässlich, um Ihren Wünschen gerecht
zu werden.

Wir werden Ihnen gerne helfen, Ihre Ideen zu verwirklichen.
Melden Sie sich bitte bei uns.

Viktor Fux
Inhaber Japanraum
fux@japanraum.com


Bau eines japanischen Teehauses

Der Bau eines Teehauses wird zusammen mit dem Kunden besprochen, die Räumlichkeiten besichtigt, vermessen und genau geplant. Dann werden die geeigneten, hochwertigen Materialien hierfür ausgesucht.

Wichtig dabei ist, ob das Teehaus im Innen- oder Außenbereich errichtet wird. Das Klima in Japan ist weitaus wärmer als in unseren Breiten. Darum entspricht die Wärme­dämmung in japanischen Teehäusern nicht
unseren Anforderungen, was zu berücksichtigen ist.

Wird das Teehaus im Innenraum gebaut, entfallen viele statische Probleme, weil das Haus nicht der Witte-
rung, dem Sturm, Regen und Schnee ausgesetzt ist.

Es ist zu beachten, ob die räumlichen Gegebenheiten im Innenbereich oder ausreichend Platz im Außen-
bereich, sowie Wasserleitungen und Stromanschlüsse vorhanden sind. Es müssen durchaus auch bereits vorhandene Fenster und Türen sowie die Lage von Heizungen und sonstige Einbauten beachtet werden.


Ein Teehaus nach original japanischen Plänen kann nur errichtet werden, wenn auch der Platz dafür vor-
handen ist. Da dies aber nicht immer der Fall ist, muss je nach Vorgabe des Raumes oder Gartens ein
eigener Plan erstellt werden, um ein optimales und harmonisches Bild eines Teehauses oder -zimmers
zu schaffen.

Um zu gewährleisten, dass in dem gewünschten Teehaus auch die jeweilige Tradition der Teezusammen-
kunft durchgeführt werden kann, sollte die Art des Teestudiums mit in die Planung einbezogen werden. So können auch die Details, sofern es die Räumlichkeiten zulassen, immer nach dem Studium der Pläne historischer Teehäuser, angepasst werden.

Sind die Pläne gefertigt und der Kunde kann sich ein Bild vom Ergebnis machen, dann werden die hoch-
wertigen Materialien ausgesucht. Hierbei ist es wichtig, die heimischen Materialien auf ihre Eignung zu
prüfen und bewährte japanische Verfahrensweisen zu nutzen, um das beste Ergebnis zu erzielen.

Die senkrechten Hauptpfosten des Teehauses stehen auf Steinen, damit der Regen ablaufen kann und
das Holz vor Dauernässe geschützt ist. Dickerer Bambus gibt der Wandkonstruktion Stabilität und dünne Bambusstangen bilden die Grundstruktur für das Wandgeflecht.

Eine große Herausforderung stellt die möglichst originalgetreue Wandgestaltung dar. In der japanischen Bauweise wird eine selbsttragende Konstruktion aus Balken aufgestellt. Die Zwischenräume werden mit
Bambus und Flechtwerk aus Wisteriazweigen ausgefüllt und dann mit Lehm ausgeputzt. An der Stelle des geplanten Fensters bleibt nur noch die Grundstruktur der Bambuskonstruktion mit einem Geflecht aus Schlingpflanzen stehen. Die Wand wird meist mit Lehm verputzt, der mit Strohhäcksel abgemagert ist, um
das Reißen beim Trocknen zu vermeiden. Nach dem Trocknen werden weitere Lehmschichten aufgetragen,
die immer dünner werden und immer mehr mit Sand abgemagert werden. Die letzte Schicht besteht aus
feinem Sand und wenig Lehm. Der Sand wird aus den immer wieder gefluteten Reisfeldern gewonnen. Er
hat keine körnig-kristalline Struktur, sondern besteht aus feinem blättchenartigem Korn. Diese Lehm-Sand-Mischung wird mit der Hand aufgetragen und ergibt eine recht glatte und angenehme Oberflächenstruktur.
Die Farbe ergibt sich aus der verwendeten Lehm-Sand-Mischung. Diese Konstruktion ist ausgesprochen arbeitsaufwändig und kann sehr teuer werden.

Wir bieten auch eine kostengünstigere Variante, die heutzutage überwiegend in Japan angewendet wird.
Dabei werden die Wände aus Tischlerplatten gefertigt und in hölzerne Rahmenkonstruktionen eingesetzt.
Mit einem speziell entwickelten Verfahren wird dann eine eigens angemischte Sandschicht auf die Tischler-
platten aufgetragen, um so den gleichen Oberflächeneffekt wie in einem original japanischen Teehaus zu erhalten.

Steht das äußere Gerüst, das Dach, die Wände und ist der Sandputz aufgetragen, so können die Details angebracht werden. Die Mizuya, der Teeraum und die Tokonoma wird ausgearbeitet und die Anschlüsse
werden gesetzt. Zum Schluss werden die neuen Tatami das Teehaus mit ihrem speziellen Duft erfüllen.

Natürlich finden Sie hier nur einen kurzen Abriss dessen, was alles bei einem Teehausbau zu beachten ist. Bereits der Standort, ob im Innenbereich oder Außen, spielt dabei eine große Rolle sowie die Planung, Materialien und kleinen Details, die zu beachten sind, um ein Teehaus nach ihren Wünschen zu errichten.